Beim Impfen werden abgeschwächte oder
abgetötete Krankheitserreger bzw. charakteristische Bestandteile dieser
bzw. unwirksam gemachte, für den Menschen (oder Tiere) sonst schädliche
Gifte dieser Krankheitserreger durch Injektion oder durch Aufnahme über
den Mund ("Schluckimpfung") in den Körper gebracht. Das
Immunsystem erkennt diese Fremdstoffe ("Antigene") und entwickelt
gegen sie spezifische Abwehrstoffe ("Antikörper"), welche bei
einem späteren Kontakt mit dem "echten", sonst die Krankheit
auslösenden Erreger diesen gleich bekämpfen, so daß es nicht
zum Ausbruch der Krankheit kommt. Im Idealfall sollte es gelingen, Krankheiten
damit völlig auszurotten, wie es z.B. mit den Pocken gelungen ist.
Nach den Empfehlungen der "Ständigen
Impfkommission" (STIKO), Stand 2009, werden derzeit folgende Impfungen
generell empfohlen und auch von den Krankenkassen übernommen:
1. Impfung gegen Hepatitis B (bis zum vollendeten 18. Lebensjahr)
2. Diphtherie-Tetanus-Keuchhusten (DTPa)
3. Impfung gegen Haemophilus-B-Infektionen (Hib)
4. Impfung gegen Poliomyelitis= Kinderlähmung (IPV)
5. Impfung gegen Pneumokokken (bei Kindern bis 2. Lebensjahr mit Konjugatimpfstoff)
6. Impfung gegen Meningokokken der Gruppe C
7. Impfung gegen Varicellen
8. Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR)
9. Mädchen ab vollendetem 12. Lebensjahr: Impfung gegen Humane Papilloma-Viren (HPV)
10. Auffrischungsimpfungen alle 10 Jahre gegen Tetanus, Diphtherie u. Pertussis, ggf. auch gegen Poliomyelitis
11. Eventuell Impfung gegen die Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME)
12. Für alle ab 60 Lebensjahren: jährliche Impfung gegen Grippe (Influenza) und gegen Pneumokokken (ggf. alle 6 Jahre wiederholen)

In bestimmten Regionen tragen die Zecken
("Holzbock") ein Virus in sich, das beim Stich der Zecke auf den
Menschen übertragen werden und eine
Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute auslösen kann.
Risikogebiete mit einem hohen Anteil an FSME-Virus befallenen Zecken sind die
Donauregion, vor allem von Regensburg bis Passau, der Schwarzwald und der
südliche Odenwald. Die virustragenden Zecken breiten sich entlang der
Nebenflüsse der Donau in Bayern nach Süden und Norden aus, so bis
etwa in die gegend von Weiden/Oberpf. Auch in der Fränkischen Schweiz und
im Landkreis Lichtenfels wurden einzelne Zecken mit dem FSME-Virus gefundn bzw.
kam es zu vereinzelten FSME-Infektionen bei Menschen, so dass diese Gebiete
jetzt zu den Risikogebieten
gezählt werden. Das hohe Fichtelgebirge um den Ochsenkopf gilt (noch) als
FSME-frei.
Wer aber passionierter Wanderer, Schwammerlsucher, Jäger, Waldarbeiter
oder Angler ist, der sollte sich eine Impfung gegen FSME überlegen,
gleiches gilt für Österreichurlauber.
Die Grundimpfung besteht aus 3 Impfungen, die beiden ersten im Abstand von 4
Wochen, die dritte nach 6 - 12 Monaten. Es ist eine "Schnellimpfung"
möglich mit 3 Impfungen an den Tagen 0, 7 und 21, nach einem Jahr sollte
aber auch hier noch eine, nun 4. Impfung, gegeben werden. Auffrischungen nach
3-5 Jahren.
Nach dem letzten Epidemiologischen Bulletin,
Stand Feb. 99, wird der Landkreis Bayreuth nun doch zu den Risikogebieten
für FSME gezählt, da in der Zeit zwischen 1981 und 1997 in einer
5-Jahres-Periode mindestens 5 FSME-Infektionen im Landkreis registriert wurden
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Hierbei sind individuelle Beratungen
erforderlich, die Sie gerne in meiner Praxis erhalten können. Allerdings
handelt es sich hierbei, zumindest bei den Reise-Impfungen, nicht um
Leistungen, die über die Gesetzliche Krankenversicherung abgerechnet
werden können, sondern um Privatleistungen, Dies gilt sowohl für die
Beratung wie auch für die Impfung selbst und die Kosten des Impfstoffes.
Andere Impfungen, wie z.B. eine Impfung gegen Tollwut bei Verdacht auf einen
erfolgten Kontakt, werden zu Lasten der Krankenkasse durchgeführt.
Interessante Links zum Thema Impfen:
Webseite des "Robert-Koch-Institut"
Reiseimpfungsempfehlungen von A.Kaunzer
(Stand
Dezember 2009)